Spontaner kann es eigentlich gar nicht sein. Noch während wir unseren Erdbeerjob letzte Woche hatten, sind wir los gegangen um uns nach einem Job zu informieren. Wirklich erstmal nur um uns zu informieren. Das dann alles so schnell kommt, hätten wir in unseren Träumen nicht gedacht. Also wie schon gesagt, sind wir zu einer Jobauskunft gegangen un haben nach Jobs gefragt. Die erste Frage war natürlich, was stellt ihr euch unter eurem neuen Job vor. Unsere Antwort war : wir wollen unbedingt mal aus der Stadt raus, am besten Mitten im Outback. Kaum hat Patrick (so heißt der nette Herr, der uns den Job vermittelt hat) unsere Wünsche gehört, meinte er, er hat einen Job für uns. Sofort haben Nena und Linda riesen Glubschaugen bekommen und wussten erstmal nicht mehr was sie sagen sollen. Erst waren wir ein bisschen skeptisch, weil wir dachten, das wir von den 300 Dollern, die wir die Woche bekommen auch Unterkunft und Essen bezahlen müssten. Müssen wir aber nicht. Nach einem kurzen Bewerbungsgespräch übers Telefon und der ausführlichen Belehrung über die Gesetzte des Alkohols rund um die Bar hatten wir den Job in der Tasche.
Allerdings hatten wir noch ein Problem, wir hatten ja noch unseren Erdbeerjob am laufen und konnten den nicht einfach hinschmeißen. Aber auch für das haben wir ein Lösung gefunden, wir haben gesagt, wir arbeiten die Woche noch bis zum Ende durch und steigen dann Freitag gleich nach der Arbeit in den Bus nach irgendwo ins Nirgendwo.
Dieses so genante Nirgendwo liegt ca. 600 km ins Landesinnere auf der Höhe von Brisbane und heißt Mitchell. Mitten im Outback. Wir hatten wirklich keinen blassen schimmer, was uns erwarten wird. Freitag Nacht so um eins sind wir nach 6 Stunden Fahrt endlich in Mitchell angekommen. Unüberraschenderweise war es zu der Zeit ziemlich dunkel und wir konnten noch nicht wirklich viel erkennen. Also haben wir nach unserer Ankunft erstmal nur das Innere des Hotels kennengelernt. Das sogenannte Hotel hat ca 20 Zimmer und ist noch nicht ausgebaut, das heißt es gibt auch noch nicht wirklich Gäste die hier übernachten. Von den Zimmern sind zwei Zimmer mit den wichtigsten Dingen versehen, die man zu wohnen Braucht. Bett, Schrank und ein kleiner Spiegel. In einem der beiden Zimmer wohnen Nena und Linda und in dem anderen hat zur Zeit unserer Ankunft noch eine andere Deutsche gewohnt.
Jetzt denkt man natürlich, wenn es noch keine ausgebauten Zimmer gibt, was soll man da dann arbeiten. Unten im Erdgeschoss gehört zu dem Hotel noch ein Pub und eine Küche. Die ersten Zwei Tage haben Nena und Laura ( die andere Deutsche) in der Bar gearbeitet und Linda in der Küche. In der Bar ist klar was zu tun ist. Immer nett und freundlich sein und die Gäste nach ihren Wünschen bedienen. Allerdings ist es manchmal nicht so einfach die Bestellung entgegen zu nehmen, wenn man sie nicht so gut versteht. Die Küchenarbeit bestand darin Dinge zu schnippeln, abzuwaschen und immer da zu helfen, wo gerade Hilfe gebraucht wird. Der Koch in der Küche heißt Nick und kommt aus Napoli. Nickt lebt seit 4 Jahren schon in Australien und hat eine Ausbildung zum Koch gemacht.
Mitchell ist ein kleines Dorf mit um die 1000 Einwohnern. Die Dauer des Spaziergangs einmal durchs Dorf beträgt 15 bis 20 Minuten. Es ginb eine Post, einen Bäcker, einen Ramschladen, ein Immobilien Büro und natürlich ein Supermärktchen. Obwohl wir beide nur am Rande von Berlin wohnen (die Eine mehr, als die Andere), kommen wir uns schon ein wenig so vor, als wären wir richtige City Girls. Aber das macht nichts. Alle sind sehr nett zu uns.
Aber das ist genau das was wir wollten. Wir fühlen uns hier wohl und wurden gut von der Familie aufgenommen. Das Deutsche Mädchen, von dem wir geredet haben, ist nach zwei Tagen, die wir hier waren abgehauen ohne sich wirklich bei jemandem zu verabschieden. Wer weiß woran es lag. Wahrscheinlich waren wir ihr zu positiv gegen ihre negative Einstellung allem gegenüber. Jetzt ist sie auf jeden Fall weg und wir genießen unsere Zeit hier.
Bis jetzt sind unsere Arbeitszeiten gut verteilt und ab und zu haben wir auch mal zusammen frei. Ach ja das wurde ganz vergessen zu sagen. Nachdem Laura gegangen ist, wurde Linda auch in die Bar eingearbeitet und die Familie ist auf der suche nach einer neuen Küchenhilfe. Mal sehen wer da kommt!?
Neben unserem Job als Barkeeperin, müssen wir auch den Entertrainer spielen. Dazu gehört dann auch Karaoke...Die "besten" Sänger vom Dorf hatten sich in dem Pub versammelt und es wurde los geträllert. Linda und Nena haben unter anderen auch gesungen. Es war sehr lustig und alle haben gelacht.
Vorgestern haben Linda und Nena ganz viele Kangaroos gesehen, schwarze, rote und graue. Süße und schöne Tiere mitten in der Natur und nicht im Zoo. Für uns war das etwas besonderes, für die Einwohner hier überhaupt nicht.
Jetzt werden wir fischen gehen und heute Abend arbeiten wir wieder.
Haudiho!
Dori & Nemo